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  • Andy

Sieben Glock Modifikationen, die auch Sinn machen

Aktualisiert: vor 2 Tagen

Ich bin kein grosser Fan von Modifikationen an Pistolen oder besser gesagt von Pistolen-Tuning. Ich habe gesehen, wie Leute Federn, Abzüge, Schlagbolzen, Führungsstangen und was nicht alles gewechselt haben, viel Geld ausgegeben und viel Zeit investiert haben, um schlussendlich mit einer Pistole zu enden, die nicht mehr zuverlässig funktioniert hat.

Das gilt besonders für Glock Pistolen. Ob man sie mag oder nicht, eines ist wohl unbestritten: Glocks sind einfach und sie funktionieren und funktionieren und funktionieren. Wenn man nun damit anfängt, zuverlässige Werksteile durch ausgefallene Tuning-Parts zu ersetzen, erhält man möglicherweise eine Pistole, die nicht mehr richtig funktioniert oder, noch schlechter, nicht mehr sicher zu handhaben ist.

Das ist kein Scherz, ich habe Leute gesehen, die die Schlagbolzensicherung gewisser Pistolen entfernt haben, um angeblich ein besseres Abzugsverhalten zu erzielen. Natürlich ist die Schlagbolzensicherheit aus gutem Grund da, bitte spielen Sie nicht damit herum! Sogar die seltsame Griffsicherung der 1911er - lassen Sie sie einfach so wie sie ist. Nun, es könnte eine Ausnahme geben: Einige ältere Pistolen, wie zum Beispiel bestimmte Modelle der Browning High Power, sind mit einer Magazinsicherung ausgestattet. Der Abzug, respektive der Hammer, bleibt blockiert, bis man ein Magazin einsetzt. Die Sicherung verhindert allerdings auch, dass man den Hammer ohne ein Magazin in der Waffe entspannen kann. Das ist wirklich ziemlich meschugge und ich kann nur empfehlen, diese Art von Unsinn tunlichst zu entfernen.

Wie auch immer, zurück zum Thema: Nach all dem oben Gesagten gibt es immer noch einige Modifikationen, die für eine Glock tatsächlich Sinn machen! Ich gebrauche Glocks seit Anfang der 90er Jahre und habe kürzlich eine Gen 4 Glock 41 in der IDPA-Europameisterschaft 2020 eingesetzt. Ich habe immerhin den 3. Platz in der CDP-Division erreicht, also habe ich dort nicht allzu viel herumgetrödelt. Ebenfalls habe ich mit einer Glock 19 die CCP-Division und den High Senior an der 2020 Siam International IDPA Championship gewonnen.

Natürlich: was für mich funktioniert, muss für andere Schützen nicht unbedingt gleichermassen toll sein. Alles, was hier empfohlen wird, ist wie immer rein subjektiv, aber ich denke es könnte eine allfällige Tuning-Über-Euphorie ein wenig in Perspektive setzen.


Erstens - Visierung

Die Werks-Visierung ist funktional, bietet jedoch keine optimale, rasche Erfassung des Visierbildes. Ich spreche hier von Wettkampfschiessen, bei dem man so schnell wie möglich präzise Treffer erzielen will. Je mehr das Korn, bildlich gesprochen, ins Auge springt, desto schnellere Treffer kann man setzen. Denken Sie daran, dass superschnelle Fehlschüsse Ihnen in der Rangliste letztlich nicht viel nützen...

Ich mag ein rotes oder orangefarbenes Korn für das Sportschiessen. Ein Faseroptik-Korn erlaubt eine deutlich verbesserte Geschwindigkeit und ermöglicht diese wichtige positive Rückmeldung bei der Erfassung des Visierbildes, kurz bevor der Schuss bricht.

Ich habe ein Faser-Optik-Korn von TruGlo und die Stahlversion der Werks-Kimme installiert. Hier muss man vorsichtig sein, denn es gibt unterschiedliche Höhen, sowohl für das Korn als auch für die Kimme. Wird das nicht beachtet, werden die Schüsse entsprechend hoch oder niedrig, aber auf alle Fälle daneben, liegen. In meinem Fall ist die ideale Kombination eine Kornhöhe von 4,9 mm (gemessen von der Schlittenoberfläche) und eine Kimmenhöhe von 6,9 mm (gemessen von der Unterseite des Schwalbenschwanzes). Mit dieser Kombination habe ich mit den gängigen 45er Ladungen in den beabsichtigten Bereich der Scheibe getroffen, sofern ich meinen Teil richtig gemacht habe.

Ich bin nicht mehr der jüngste Schütze und mein Sehvermögen war nie wirklich toll. Mit dieser Visierung kann ich aber immer noch (zumindest meistens) Treffen und das ohne allzu viel Zeit zu verlieren. Noch ein Rat: Achten Sie darauf, die Korn-Schraube mit harter Schraubensicherung zu verkleben, sonst wird es garantiert im dümmsten moment davonfliegen!


Zweitens - Abzugsbügel Glock-Griffe und meine Hände waren nie wirklich Freunde. Ich bin mir nicht sicher, welchen Prozess Glock beim Design der Griffe verfolgt, aber sie haben dabei sicherlich nichts in Betracht gezogen, das meinen Händen irgendwie ähnlich ist. Mann, im Vergleich zu HK- oder Walther-Griffen sind diese Glock-Griffe... janu, es ist wie es ist.

Die Glock 41 ist aufgrund der relativ hohen 13-Schuss Kapazität in .45 ACP ziemlich bullig. Daran habe ich mich jedoch gewöhnt. Der kantige Abzugsbügel, der beim richtigen Griff am Mittelfinger schleift, ist jedoch wirklich nervig. Beim Üben mit hohen Repetitionszahlen bekommt man an der betroffenen Stelle sogar Hornhaut, haha.

Also, raus kommt die Feile! Nachdem die Kanten auf den beiden Seiten abgerundet sind, fühlt sich der Griff schon viel besser an. Ich bevorzuge Feilen und Handarbeit gegenüber Elektrowerkzeugen, da ich so mehr Kontrolle darüber habe, was ich tue. Denken Sie daran: man kann hier sehr einfach und schnell Material entfernen, aber wenn es erst einmal weg ist, kann man es nicht mehr hinzufügen.


Drittens - Abzug Nein, nein, nein, nicht das, was Sie jetzt vielleicht denken ... Ich habe nichts ersetzt, keinen ausgefallenen Super-Abzug, keine leichteren Federn, keinen polierten Verbinder, keinen skelettierten Zündstift - nicht dergleichen wurde verwendet. Das Abzugsgewicht ab Werk beträgt ca. 24 N und ich bin damit ziemlich zufrieden, tut mir wirklich leid.

Aber die Glock-Abzüge haben eine Eigenschaft, die mir richtig auf den Wecker geht: wenn ich Druck auf den Abzug ausübe, ragt das Zünglein der Abzugssicherung nach vorne heraus, auch wenn sie vollständig deaktiviert ist. Ich bevorzuge aber eine völlig flache Vorderseite des Abzugs.

Also habe ich ein wenig Material von der Abzugssicherung entfernt, damit sie deaktiviert vollständig im Abzug verschwindet. Es braucht nur ein paar 1/10 Millimeter und natürlich bleibt die Sicherung voll funktionsfähig. Jetzt hat man endlich eine wundervolle, flache Oberfläche am Abzug und kann mit der Fingerbeere sauberen, konstanten Druck ausüben.


Viertens - Schlittenfanghebel Ersetzen Sie einfach das Werksteil durch die etwas breitere Option. Dies gewährleistet beim Nachladen jedes Mal eine positive Freigabe des Schlittens. Mich hat der breitere Hebel beim Griff überhaupt nicht gestört und ich habe ihn beim letzten Schuss auch nie versehentlich nach unten gedrückt. Das Nachladen wird so ein bisschen konsistenter oder anders gesagt, es gibt weniger Möglichkeit eines Fehlers und eines Zeitverlustes.


Fünftens - Magazinauslöser

Hier ist kein Austausch erforderlich. Ich habe lediglich die scharfe Vorderkante des Werksteils etwas abgerundet, um das Aktivieren beim Üben mit vielen Wiederholungen weniger schmerzhaft zu machen.


Sechstens - Griff

Ich habe meine Meinung zum Griff-Design ja bereits kundgetan. Daher komme ich hier ohne weitere Umschweife zum Punkt. Ich möchte in der Lage sein, mein Magazin positiv zu greifen, wenn ich einen taktischen Magazinwechsel (d.h. das 'alte' Magazin bleibt beim Schützen) durchführe oder eine erweiterte Störung beheben muss.

Ich fügte auf jeder Seite des Griffs eine Art Fingerrille hinzu, die es mir ermöglicht, positiv am Magazin zu ziehen, falls es aus irgendeinem Grund nicht herauskommen will. In den meisten Fällen ist dies wahrscheinlich nicht erforderlich, aber wenn doch, hat man die Möglichkeit.


Siebtens - Magazine

Irgendwann beschloss Glock, das Design des Magazins und der Magazinböden so zu ändern, so dass es neu praktisch unmöglich ist, ein Magazin ohne Werkzeug und ohne grossen Kraftaufwand zu zerlegen. Weshalb sie das so gemacht haben, weiss ich nicht.

Wie auch immer, ich habe die Verriegelungsnasen etwas kleiner gemacht, so dass der Magazinboden ohne Werkzeug und ohne großen Aufwand entfernt werden kann. Wenn man ein verdrecktes Magazin hat, lohnt sich eine Reinigung, bevor man es wieder verwendet. Und das mache ich gerne ohne einen Ausflug in die Werkstatt.

Das waren die sieben Modifikationen, die ich an meiner Gen 4 Glock 41 gemacht habe. Ich bin vollkommen zufrieden damit und es ist eine grossartige Waffe für die IDPA CDP-Division. Die meisten der beschriebenen Modifikationen sollten sich leicht auf andere Glock-Modelle übertragen lassen, einschliesslich der Gen 5 Varianten.

Wenn Sie mit Werkzeugen vertraut sind und ein wenig Erfahrung im präzisen Arbeiten damit haben, sind diese Modifikationen nicht sehr schwer zu realisieren. Wenn Sie nicht wirklich Erfahrung mit Schusswaffen haben, wenden Sie sich besser an jemanden, der dies hat, oder bringen Sie Ihre Waffe zu einem kompetenten Büchsenmacher.


Danke fürs Lesen! Bleiben Sie dran für mehr!

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