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  • Andy

Magazine fallenlassen oder nicht?

Aktualisiert: 8. Mai

Warum ist diese Frage wichtig? Oder genauer gesagt, warum ist sie wichtig und für wen ist sie wichtig?


Sie ist wichtig, weil Manipulationen an der Pistole auf einem gut durchdachten Konzept basieren sollten. Die Grundausbildung ist bei jedem Schützen die Grundlage jeglicher späterer Leistung mit der Pistole, sei es für einen bewaffneten Profi, einen legal tragenden Bürger oder einen Sportschützen. Das zugrunde liegende Konzept für all diese Arten von Schützen ist dasselbe, einschliesslich der grundlegenden Manipulationen wie Magazinwechsel und Nachladen. Die Prinzipien eines effizienten und effektiven Pistolenhandwerks unterscheiden sich nicht wirklich, auch wenn der Zweck und die Ausrüstung es tun können. Natürlich kann die tatsächliche Umsetzung und auch die fortgeschrittene, spezialisierte Pistolenausbildung sehr unterschiedlich sein. Dennoch ist die Frage nach dem Fallenlassen oder Nicht-Fallenlassen von Magazinen für alle Schützen wichtig.


Nehmen wir das Beispiel Sportschiessen. Wenn Sie bei IDPA teilnehmen, dann kennen Sie die Fragestellung: fallenlassen oder nicht. Es gibt zahlreiche Regeln, wann und wie man nachladen soll und unter welchen Umständen man bestraft werden kann, wenn man das alte Magazin auf den Boden fallen lässt oder eben nicht. In bestimmten Fällen muss man das alte Magazin also behalten. Behalten bedeutet, das alte Magazin bleibt nach dem Wechsel beim Schützen. Warum sollte man das tun wollen? Hier ein paar Hintergründe:


Magazinwechsel: altes Magazin greifen, um es zu behalten

Militärischer Hintergrund

Das Behalten der Magazine durch den Schützen kommt von einem Hintergrund der militärischen Schusswaffenausbildung. Wenn Sie irgendeinen Militärdienst geleistet haben, ist Ihnen vielleicht dabei aufgefallen, dass militärische Organisationen es nicht besonders mögen, wenn ihre Soldaten Ausrüstung verlieren. Jede Art von Ausrüstung. Das gilt für den Löffel, den Sie zum Essen Ihrer Mahlzeiten verwenden, bis hin zu offensichtlicheren Dingen wie Munition oder die persönlichen Waffen. Vor allem die persönlichen Waffen. Denn was nützt ein Soldat ohne seine Waffen? Das sollte ziemlich einfach zu verstehen sein, oder?


Nun zum nächsten Punkt: Ein Magazin ist ein ziemlich wichtiger Teil der persönlichen Waffe. Ohne ein Magazin wird die wundervolle persönliche Waffe mit ihrer hohen Kapazität und Feuerkraft zu einem ineffizienten, superlangsamen, einzelschüssigen Stück Mist degradiert. Nicht gut.

Sie erhalten eine Anzahl von Magazinen ausgehändigt, aber wenn Sie diese während eines Gefechts, das länger als ein paar Minuten dauert, ständig fallen lassen und verlieren, werden Ihnen die brauchbaren Magazine ziemlich schnell ausgehen.

Es ist weder praktikabel für die Armee, Sie irgendwie mit einem endlosen Vorrat an brandneuen Magazinen zu versorgen, noch werden die ein spezielles Kommando von Dienern aufstellen, die hinter Ihnen aufräumen und Ihre Magazine herumtragen, damit sie nicht verloren gehen.

Zudem wird es noch schlimmer, wenn die Magazine, die Sie unablässig in der Landschaft verteilen, auch noch Munition enthalten. Erstens könnte der Feind diese Munition gegen Sie verwenden und zweitens wird Ihre Waffe ohne Munition irgendwann zu einem teuren Stock herabgestuft. Natürlich muss die Armee Sie ab und zu mit Munition versorgen, aber der Zweck besteht darin, diese gegen den Feind einzusetzen und nicht in den Dreck zu säen.

Daher beinhaltet eine gute militärische Waffenausbildung das Behalten der Magazine und auch der Munition, wann immer dies möglich ist. Auf diese Weise können Soldaten besser über einen längeren Zeitraum wirksam bleiben. Ich hoffe, dieser Punkt ist soweit auch klar.


Magazinwechsel: altes Magazin behalten

Zivile Aubildung für Polizei und Private

Der Aspekt der militärischen Waffenausbildung sollte also klar sein. Aber was ist mit der Polizei, bewaffneten Sicherheitsdiensten, bewaffneter Selbstverteidigung oder, ganz allgemein, mit ziviler Waffenausbildung? Da gibt es keine langen Operationen auf dem Schlachtfeld, keine Herausforderungen rund um den Nachschub und so weiter, richtig? Macht es also noch Sinn, Magazine zu behalten?


Was auch immer das Konfrontationsszenario hier sein mag, ich werde mich nicht in endlosen Debatten darüber verlieren: was wäre wenn dies oder was wäre wenn das. Nur eine Sache: Wenn Sie Ihre alten Magazine dabei haben, können Sie sie wieder verwenden. Wenn Sie sie nicht mehr haben, geht das nicht. Das sollte für alle Anfänger und Experten über das Thema gleichermassen verständlich sein. Jetzt können Sie selber entscheiden.


Magazinwechsel: frisches Magazin greifen

Sportschiessen

Wie steht es mit den Sportschützen? Warum sollten die sich mit Behalten von Magazinen beschäftigen?

Meine Antwort: Werden die Magazine nicht fallengelassen, können sie weder beschädigt noch schmutzig werden. Hatten Sie schon einmal eine Störung aufgrund einer verbogenen oder gebrochenen Magazinlippe oder wegen Verschmutzung, die den Zubringer blockierte? Ich schon.

Ich habe sogar gesehen, wie sich Magazine zerlegten, als sie auf dem Boden aufschlugen. Der Magazinboden löste sich und die Feder, der Zubringer und der Rest der Munition lagen überall rum. Ich fand das nicht ideal. Allerdings war das ein 1911er Magazin, die benötigen möglicherweise eine spezielle 1911-Behandlung oder Tuning. Haha, ich necke hier nur die letzten verbleibenden 1911er Fans. Egal, das ist ein anderes Thema.


Schusswaffen-Ausbildung

Zurück zu einem soliden Pistolenkonzept, insbesondere zu den Manipulationen 'Magazinwechsel' und 'Nachladen'. Während ihre Ausführung ähnlich ist, sind ihr Kontext und ihre Auslöser sehr unterschiedlich.


Der Magazinwechsel wird durchgeführt, wenn für den Schützen keine unmittelbare Notwendigkeit besteht, weitere Ziel zu bekämpfen. Die Waffe wurde eingesetzt und kann immer noch weiterfeuern, aber der Schütze entscheidet, dass er eine voll geladene Waffe zur Verfügung haben möchte. Mit dieser Entscheidung will der Schütze, zumindest was die Waffe anbelangt, optimale Bedingungen für die nächste Aufgabe schaffen. Es ist eine bewusste Entscheidung und die Umstände erlauben die Manipulation. Daher ist es kein Problem, das alte Magazin für eine mögliche spätere Wiederverwendung zu behalten.


Das Nachladen wird jedoch in einer verzweifelten Notsituation durchgeführt: es besteht die unmittelbare Notwendigkeit, weitere Ziele zu beschiessen, aber die Pistole ist leer und nicht mehr schussfähig. Dem Schützen bleibt nichts anderes übrig, als sofort nachzuladen. Die absolute Priorität ist das unmittelbare Weiterschiessen und der Schütze sollte keine nicht zielführende Anstrengungen unternehmen. Dazu gehört auch, nicht mit dem alten Magazin herumzufummeln und zu versuchen, es irgendwie zu behalten.

Das Nachladen wird zu Recht auch als Notfall-Nachladen bezeichnet und fällt in die gleiche Kategorie wie die Störungsbehebungen: Sie müssen sofort schiessen, können es aber nicht. Eine Katastrophe. Etwas, das nach Möglichkeit von vornherein vermieden werden sollte.


Nachladen: altes Magazin fallenlassen

Geschwindigkeit

Warum lassen Sportschützen gerne ihre Magazine fallen? Was viele Leute tun, ist eigentlich ein Magazinwechsel, aber das alte Magazin wird fallen gelassen, anstatt es zu behalten. So etwas wie ein 'Schnell-Magazinwechsel'.

Angeblich ist es schneller, das Magazin fallen zu lassen, als es zu behalten. Und das stimmt auch. Mehr oder weniger. Dies liegt daran, dass die schwache Hand sofort ein frisches Magazin holen kann und nicht erst das alte greifen und verstauen muss.

Der Unterschied zwischen Fallenlassen und Behalten beträgt jedoch in der Regel weniger als 0,5 Sekunden. In meinem Fall sind es ein paar Zehntelsekunden. Ich trainiere das natürlich auch ausgiebig und meine Ausrüstung ist darauf ausgerichtet.

Ja gut, man muss das natürlich üben. Wenn Sie das nicht tun, ist es sinnlos, hier davon zu sprechen, einige Zehntelsekunden an Geschwindigkeit zu gewinnen, während Sie tatsächlich überall reihenweise ganze Sekunden verschwenden, nicht wahr?


Wie messen wir das? Eine einfache Methode besteht darin, in einem festen Abstand zum Ziel zu stehen, zum Beispiel 10 m, und dann einen Schuss zu machen, das Magazin zu wechseln oder nachzuladen, und noch einen Schuss zu machen. Die Zeit zwischen den beiden Schüssen ist dann die Zeit, die für die Manipulation benötigt wurde. Machen Sie das mindestens 10 Mal und nehmen Sie den Durchschnitt, um einen mehr oder weniger repräsentativen Wert zu erhalten. Dann am nächsten Tag oder in der nächsten Trainings-Session wiederholen. All das gilt natürlich nur, wenn es jeweils zwei schöne Treffer im Ziel hat, Alphas oder Zero Downs. Denken Sie daran, jeder kann schnell schiessen, aber wir sind hinter den schne